09.06.2020
Baumaßnahmen der Gemeinde Bruckberg

Wohngebiete und Breitbandausbau

Ein Überblick über die laufenden und geplanten Baumaßnahmen der Gemeinde Bruckberg

 

Von Stefanie Platzek LZ vom 08.06.2020

 

Auch wenn Corona die Welt fest im Griff hat, es muss weiter gehen. Das gilt auch für die aktuellen Baumaßnahmen der Gemeinde Bruckberg. Ein Überblick:

Hort, Feuerwehrhaus und Freiflächen

Bereits 2018 begannen die Planungen, heuer im September soll der Kinderhort bei der Grund- und Mittelschule fertig werden. Vier Gruppen mit insgesamt 90 Kinder sollen dann ab Herbst dort betreut werden. Der Bau ist nur wenige Meter vom Schulgebäude entfernt, die Trägerschaft übernimmt die Katholische Kirchenstiftung. Die Kosten liegen voraussichtlich bei 3,1 Millionen Euro.

Für die Feuerwehren Gündlkofen, Widdersdorf und Tondorf wird in Gündlkofen ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus entstehen. Die ersten Wände werden derzeit hochgezogen, zur Straße hin sind die Sozialräume untergebracht, nach hinten entsteht die Fahrzeughalle. Die Kostenschätzung liegt bei 2,1 Millionen Euro.

Im Anschluss an das Feuerwehrgerätehaus soll der neue Bauhof errichtet werden, da der alte in Bruckberg mittlerweile zu klein ist. Hinzu kommt noch der Wasserzweckverband, der ebenfalls auf dem Gelände seine neue Unterkunft bekommt. Ist für das Feuerwehrgerätehaus geplant, dass es bis März 2021 fertiggestellt ist, wird es für den Bauhof wahrscheinlich Mitte 2022 werden.

Zwar keine große Baumaßnahme, aber doch eine erhebliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Bruckberger Schüler ist fast abgeschlossen. Zwischen Schule und Kinderhaus ist ein Platz entstanden, den die Schüler in den Pausen nutzen können. Zusätzlich ist der Bolzplatz hergerichtet worden, auch diesen können die Schüler dann ab Sommer nutzen.

Im Herbst soll auch der Waldkindergarten auf dem Grundstück in Engellohe bei Bachhorn öffnen. Bis September soll die Schutzhütte, kein Container, sondern ein Schreiner-Bau stehen.

Wohnungsbau und Bebauungspläne

Die Gemeinde möchte in den kommunalen Wohnungsbau einsteigen, geplant sind zwölf Wohneinheiten an der Ladehofstraße. Auf 1,3 Millionen Euro werden die Kosten bislang geschätzt. Eigentlich könnte die Gemeinde loslegen, im Juli könnten die Ausschreibungen beginnen. Allerdings steht jetzt angesichts eingebrochener Steuereinnahmen die Frage der Finanzierung im Raum; soll die Gemeinde selbst als Bauherr und Betreiber auftreten oder holt sie sich einen sozialen Investor ins Boot? Würde der Startschuss jetzt fallen, könnte das Gebäude Ende 2021 oder Anfang 2022 fertig werden.

Derzeit beschäftigt sich die Gemeinde mit mehreren Bebauuungsplänen. In der Breitenau West sollen drei Mehrfamilienhäuser und 24 Wohneinheiten (Einzel- oder Doppelhäuser) entstehen, aktuell werden noch Gespräche im Rahmen des Naturschutzes geführt. Ebenfalls drei Mehrfamilienhäuser und 24 Wohneinheiten sind in Attenhausen Nord-Ost geplant. Beim Baugebiet Föhrenweg können, wenn die Straßenplanung vergeben ist, die Grundstückpreise festgelegt werden. Bis zum Jahresende, spätestens aber im Frühjahr soll die Vermarktung der Grundstücke beginnen. In Bachhorn, zwischen der bestehenden Bebauung und der Kreisstraße, wurde ein Bebauungsplan mit 13 Baufeldern für eine "Hinterlieger-Bebauung" geschaffen.

Gleichzeitig sind aktuell acht Bebauungspläne für Freiflächenphotovoltaikanlagen in Arbeit.

Breitbandausbau für alle Gemeindebereiche

Auch in den Breitbandausbau wird investiert: 50 Kilometer Trasse sollen verlegt werden. Gleichzeitig mit dem Glasfaserausbau - bis ins Haus - werden Gasleitungen verlegt, weshalb das Projekt in den zentralen Ortsbereichen bis zur Heizperiode 2020/21 fertiggestellt sein soll. Die Kosten liegen bei rund 3,1 Millionen Euro. 70 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen Bund und Land, sodass der Anteil der Gemeinde bei 900 000 Euro liegt. Der vorzeitige Baubeginn wurde genehmigt, einzig der finale Förderbescheid steht noch aus. 311 Hausanschlüsse sind geplant, damit man dann in der Gemeinde eine volle Abdeckung erreicht mit einer Versorgung je nach Anbieter zwischen 30 und 50 Mbit. Mit der kompletten Fertigstellung rechne man spätestens bis Sommer 2021.

Straßenerneuerung und neue Stützmauer

Im Straßenbau stehen demnächst Straßensanierungen in drei Bauabschnitte an: der Dorfplatz und der Geh- und Radweg an der Bahnhofstraße, von der Tankstelle bis zum Wirtshaus Halt in Bruckberg sowie die Dammstraße in der Bruckbergerau. Rund 715 000 Euro sind für die Kosten verplant. Zuvor werden allerdings noch die Anwohner in einer Anliegerversammlung genau über die Maßnahmen informiert, unter anderem, wie die Zufahrt zu den einzelnen Grundstücken möglich ist. Der genaue Baubeginn ist noch nicht bekannt, gerechnet wird mit Mitte Juli. In Attenhausen wird die Stützmauer in der Sonnenstraße für 15 000 Euro erneuert. In Prügelried ist die Erschließung einer Hofzufahrt für rund 200 000 Euro geplant, derzeit läuft noch die Ausschreibung.


Das Problem der Finanzierung

"Corona ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen", sagt Bürgermeister Rudolf Radlmeier im LZ-Gespräch und meint damit die künftige finanzielle Lage der Gemeinde. Man müsse mit einem Minus bei den Steuereinnahmen rechnen, eventuell müsse sich der Gemeinderat auch mit einem Nachtragshaushalt befassen. Verschieben der Maßnahmen, eine Zwischenfinanzierung über Kredite, alles Möglichkeiten, über die man sich Gedanken machen müsse. Oder ein Rettungsschirm des Bundes für die Kommunen: "Es täte uns gut, wenn wir aus diesen Töpfen etwas zu erwarten hätten", so Radlmeier. Trotz des Einbruchs bei den Einnahmen soll versucht werden, einen Sanierungsstau auch in den kommenden Jahren zu vermeiden:"Da wird nach Priorität sortiert." Viele weitere Maßnahmen wie etwa der Ausbau des Radwegnetzes seien dabei nicht vergessen, betont Radlmeier. Im Haushalt sei für die ersten Schritte ein Planungskostenbudget eingestellt. Er hofft, dass sich bereits im nächsten Jahr erste Maßnahmen umsetzen lassen.